„Gemeinsam machen wir einen weiteren Schritt nach vorn, um heutige und künftige Generationen von den fortwirkenden Altlasten vergangener Spannungen zu befreien. Lassen wir uns in diesen entscheidenden Zeiten zu einem leuchtenden Beispiel werden.“
Ein tiefer Einblick, wie Spaltung innerhalb spiritueller und heilender Traditionen entsteht – und wie sie heilbar ist. Im Mittelpunkt steht Frank Arjava Petters Weg von der Kontroverse zur Versöhnung heute.
Frank Arjava Petters frühes Tun war eine Provokation. Seine Enthüllungen über die japanischen Wurzeln des Reiki erschütterten das westliche Narrativ bis ins Mark und lösten heftige Reaktionen aus, denen er mit Kampfgeist begegnete. Mitten in diesen Auseinandersetzungen erkannte er, dass auch Teile seines eigenen Lehrhintergrunds fehlerhaft waren – eine Einsicht, die ihn zu weiteren Nachforschungen führte, deren Auswirkungen bis heute nachhallen.
Die spätere Entdeckung traditioneller japanischer Quellen öffnete eine neue Trennlinie – diesmal zwischen dem sogenannten westlichen und dem japanischen Reiki. Sein eigentliches Anliegen blieb jedoch stets dasselbe: Brücken zu bauen statt Gräben zu vertiefen. Dieses Spannungsfeld ist bis heute ein Balanceakt.
Das Video führt von den Anfängen des Reiki im Jahr 1922 bis in die Gegenwart. Es dokumentiert die Heilung alter Wunden und zieht Lehren für die Zukunft. Dabei begleitet es einen Autor, der zu den einflussreichsten seiner Generation wurde, und einen international anerkannten Lehrer. Seine Reise führt vom Trauma des Vaters nach dem Zweiten Weltkrieg bis in ein indisches Ashram der 1970er-Jahre – dem Beginn seines Reiki-Wegs.
Mehr erfahren über die Entstehung und Finanzierung dieses Projekts.
Diese persönliche Dokumentation begleitet einen der prägendsten Reiki-Lehrer der Gegenwart – von Oshos Ashram in Indien bis zur Reiki-Aufstellung nach Bert Hellinger. Dabei werden verborgene Linien enthüllt und langjährige Risse heilen sichtbar aus. Der Film endet mit Frank Arjava Petters Austritt aus Jikiden Reiki im Jahr 2025 und einem Blick in die Zukunft.
Dem Film liegen vier Tage unverfälschten Rohmaterials zugrunde – die ganze Tiefe findest du im ARCHIV.
Diese Arbeit steht in der Tradition der Interview-Dokumentation RECONCILIATION – Along the Path of Mastery von 2017 mit Phyllis Lei Furumoto, einer weiteren Schlüsselfigur der modernen Reiki-Geschichte.
01. Austritt aus Jikiden – Warum und was nun?
Frank Arjava Petter trat von Jikiden Reiki zurück. Wir waren die ersten Außenstehenden, mit denen er am 7. Januar 2025 über dieses sensible Thema sprach. Diese Eilmeldung sollte das anschließende Interview beeinflussen.
Wir erfuhren, dass Arjava Bert Hellinger bereits im Jahr 2000 gebeten hatte, eine Aufstellung für Reiki zu machen. Die Sitzung ist auf Video festgehalten: A67 Reiki-Aufstellung mit Bert Hellinger (2000).
02. Leitbild
Der übergeordnete Zweck und die Idee hinter dem Hauptvideo und den Archivvideos, die aus diesem viertägigen Interview entstanden sind, bestehen darin, Licht auf die Vergangenheit zu werfen, um den Versöhnungsprozess in der Gegenwart zu fördern und zukünftige Generationen zu befreien.
Dieses Video beschreibt die Vereinbarung zwischen dem Produzenten René Vögtli und dem Interviewpartner Frank Arjava Petter.
03. Unbeschwerte Kindheit
Arjavas Schwester Cornelia war die Erstgeborene der Familie. Sie starb als Baby. Der Vater, traumatisiert im Zweiten Weltkrieg, leidet unter Albträumen. Dennoch sorgen die Eltern für eine behütete Kindheit mit viel Freiheit. Der Zweitgeborene, Martin, der später eine wichtige Rolle spielen sollte, ist der Einzige, der heute noch lebt.
Die Erinnerung an das Trauma ihrer Väter nach dem Zweiten Weltkrieg lässt Arjava und René über die Welt von heute nachdenken.
04. Von der Rebellion zur Katastrophe zur Vision
Arjavas rebellische Ader führte dazu, dass er von der Hochschule flog. Die Eltern gaben den problematischen Jungen nicht auf und vermittelten ihm den Platz in einer Privatschule. Dort führte sein Sinn für Rechtschaffenheit zum gleichen düsteren Ende.
Polizeigewalt, die durch Marihuana verstärkten Träume des Teenagers und die Sehnsucht nach spirituellen Antworten führten zu dem Entschluss, von zu Hause wegzulaufen. Die darauffolgende Katastrophe führte ihn zur mystischen und spirituellen Literatur, die in Paul Reps’ Büchern über Zen-Buddhismus gipfelte.
05. Exotische Frau, Schulverweis, Yoga und Landwirtschaft
Die Schönheit japanischer Frauen ließ Arjava von Japan träumen. Die Gelassenheit des Vaters eines Freundes – nach bestandener Prüfung: kein schlechtes Gerede über andere, Aufstehen und Essen zur gleichen Zeit, Einhaltung eines Zeitplans, keine Drogen; und Siddhartha – führten ihn zum Rāja Yoga.
Inzwischen flog er von der Schule, und der damalige Guru des ökologischen Landbaus riet ihm, eine Ausbildung in der industriellen Landwirtschaft zu beginnen, um zu wissen, was er in Zukunft tun sollte.
06. Sich selbst retten und ein Schüler von Osho werden
Eine abenteuerliche Reise auf dem Hippie-Pfad führt Arjavas Bruder nach Poona, wo er ein Schüler des berüchtigten Bhagwan Shree Rajneesh alias Osho wird. In Deutschland befürchtet die Familie unterdessen, er könnte Opfer einer irren Sekte geworden sein.
Der 18-jährige Arjava reist nach Indien, um Martin, der nun unter seinem Sannyasin-Namen Raj bekannt ist, zu retten. Unerwartet entpuppt sich der Ashram als Ort seiner Sehnsucht. Eine intensive Erleuchtung enthüllt die Glaubenssysteme über sich selbst und wie illusionär sie sind.
Die erste persönliche Begegnung mit Osho findet vor Arjavas Rückkehr nach Deutschland statt. Ohne seinen Bruder.
07. Wehrdienstverweigerung – Flucht vor dem Sozialdienst
Ein nächtlicher Besuch des Gurus lässt Arjava zum ersten Mal seine geliebte Ausbildung als Landwirt aufgeben. Sein Austritt aus dem Jikiden im Jahr 2025 ist das zweite Mal.
Arjava verweigert den Militärdienst aus pazifistischen Gründen. Vor einer Kommission schildert er die alptraumhaften Schreie seines Vaters infolge des Kriegstraumas. Er sollte nun eineinhalb Jahre Sozialdienst leisten. Doch er flieht nach Indien. Unterwegs wird sein Guru mit Karl Marx verwechselt.
08. Das Leben im Ashram – ein "Schnellkochtopf"
Der Ashram ist wie ein Schnellkochtopf. Es ist ein Ort, an dem man provoziert und Situationen ausnutzt, um aus seiner Komfortzone herauszukommen.
Arjava, eigentlich noch ein Kind, nimmt weder an psychotherapeutischen Begegnungen noch an Sexorgien teil. Stattdessen nimmt er an einer zehntägigen Vipassana-Meditation teil.
Das Buch in Renés Hand während der Frage seitens Arjavas Lebens in Pune und den USA mit und um Osho. (Still … Here and Now, 2022).
09. Der Meistergärtner hält eine Lebensweisheit bereit
Eine Griechin nimmt den jungen Arjava unter ihre Fittiche. Der ausgebildete Gärtner soll Blätter sammeln – eine Übung, um ins Bewusstsein einzudringen. Sex und Drogen mögen zwar gut für die Erkundung sein, doch letztlich muss man seinen eigenen Nektar in sich selbst finden.
Arjava wird Oshos Gärtner, und ein Assistent vermittelt ihm eine Weisheit, die für Arjavas weiteren Lebensweg zum Leitprinzip wird und ihn darin bestärkt, in jedem Moment sein Bestes zu geben.
10. Verlassen, krank und vor dem Gefängnis – Sozialdienst bietet Unterkunft
Geschwächt durch Hepatitis erfährt Arjava, dass Osho über Nacht in die USA abgereist ist. Die USA sind unerreichbar, und ihm droht eine Gefängnisstrafe. In seiner Verzweiflung und mit der Hilfe eines ehemaligen Polizeisprechers endet seine Odyssee in Deutschland. Er wird begnadigt, muss aber 18 Monate Sozialdienst leisten und sich um ältere und bedürftige Menschen kümmern.
Dann, gerade als sein Sozialdienst endet, erhält er einen Brief von der berüchtigten Sheela, Oshos mächtiger Sekretärin: „Wir benötigen Hilfe in unserer neuen Gemeinschaft. Würden Sie zu uns nach Oregon kommen?“
11. Der schwer zu fassende Guru triggert
Osho wird aus den USA ausgewiesen. Lino, Arjavas amerikanische Freundin, und er bereiten ihre Flucht von der Ranch aus vor. Sie folgen ihrem schwer fassbaren Guru um die Welt. Zurück in Indien beenden sie ihre Beziehung. Untröstlich über eine weitere Liebesgeschichte findet Arjava Trost bei Chetna, seiner zukünftigen japanischen Frau.
Arjava wird in den USA Gärtner unter Bill Gates, bevor Chetna und er erneut nach Poona zurückkehren. Osho führt ihn in die mystische Rosenmeditation ein, eine transformierende Erfahrung. Arjava gibt die Gartenarbeit auf und wird Oshos Leibwächter.
12. Die Essenz von Osho versus die Essenz von Reiki
Die Essenz von Oshos Lehre – ganz im Einklang mit den fünf Reiki-Regeln – konzentriert sich darauf, in der Gegenwart zu sein, nicht in der Vergangenheit oder Zukunft. Osho katalysiert den Abbau des Egos. Dies wiederum ist eine spirituelle Erfahrung, die dazu führt, die eigenen Erfahrungen mit anderen teilen zu wollen. Der spirituelle Weg des Reiki führt zum selben Ziel.
13. Sinnsuche über Grenzen hinweg
Arjava und Chetna besuchen Osho zum letzten Mal; er stirbt weniger als ein Jahr später. Sie reisen nach Japan, mit kulturellen Herausforderungen, Visaproblemen und Gelegenheitsjobs, bevor sie nach Deutschland zurückkehren. Dort eröffnet sich Arjava eine unerwartete Chance, im Team eines TV-Krimi-Produzenten zu arbeiten. Schließlich kehren Arjava und Chetna nach Japan zurück, um eine Sprachschule zu gründen.
Eine ehrliche, humorvolle Geschichte über Anpassung und Selbstfindung auf verschiedenen Kontinenten.
14. Tokio → Berlin → Tokio | Ein Deutscher reimportiert japanische Heilkunst
Traditionelle Heiler prägten Arjavas Erziehung. 1988 führten starke Kopfschmerzen den skeptischen Arjava zu seiner ersten Reiki-Sitzung. Obwohl er unbeeindruckt war, blieb seine Neugier bestehen – seine Seele war berührt.
1991, während er mit seiner Frau eine gut besuchte Sprachschule in Japan leitete, rief ihn sein Bruder Raj aus Deutschland an und drängte ihn, Reiki zu lernen. Arjava folgte dem Impuls und flog von Japan nach Berlin, um eine japanische Heilkunst zu erlernen und nach Japan zu bringen. Ironisch, aber schicksalshaft, richtig.
In Berlin absolvierte Arjava innerhalb weniger Tage die Reiki-Stufen 1 und 2 sowie die Lehrerausbildung. Zurück in Japan initiierte er Chetna, die sofort die Schwachstellen im System erkannte. Ihre Reaktion weckte erste Zweifel in Arjava und veranlasste ihn, die Wurzeln von Reiki zu erforschen.
15. Zu nah zum Unterrichten?
Arjava spricht offen über ethische Grenzen in der Lehrer-Schüler-Dynamik und erzählt, wie er seine zukünftige Frau aufgrund seiner romantischen Gefühle für sie als Reiki-Schülerin ablehnte. Stattdessen ermutigte er sie, bei einem anderen Lehrer zu lernen, um eine authentische, unabhängige Erfahrung zu gewährleisten. Seine Geschichte unterstreicht die Bedeutung von Integrität und klaren Rollen in der spirituellen Lehre.
Im Gespräch geht es um die Ausbildung von nahen Verwandten oder Partnern. Am Beispiel seiner eigenen Kinder sagt er, er hätte keine Bedenken, ihnen Reiki beizubringen, solange Rollen und Absichten klar definiert sind. Es geht um Bewusstsein und Respekt für persönliche Dynamiken.
16. War Reiki überhaupt japanisch?
1992 kehrte Arjava mit Zweifeln an der Echtheit des Ursprungs von Reiki nach Japan zurück. Seine frühere Verbindung zur japanischen Kultur entsprach nicht dem, was er gelernt hatte. Als die Verwirrung zunahm, vermutete er, dass Reiki vielleicht gar nicht japanisch sei. Dennoch unterrichtet er weiterhin.
Arjava erfährt, dass er nicht der Erste war. Mieko Mitsui hatte bereits in den 1980er Jahren westliches Reiki eingeführt, die höheren Grade jedoch für die meisten Japaner unzugänglich gemacht. Es erforderte eine Reise in die USA, sprachliche und akademische Voraussetzungen sowie einen erheblichen finanziellen Aufwand. Arjava profitierte von dieser Situation und machte dort weiter, wo Mieko aufgehört hatte. Er begann eine Lehrreise und historische Forschung, die alles verändern sollte.
17. Vom Schuldgefühl zur Führung
Arjava blickt zurück auf seinen immer schneller werdenden Weg als Reiki-Lehrer, der mit Anzeigen in japanischen Zeitschriften begann und schließlich Schüler aus ganz Japan anzog. Er erinnert sich an Zweifel am Preis-Leistungs-Verhältnis seiner angebotenen Behandlung, basierend auf dem, was er von seinem Bruder Raj gelernt hatte. Schuldgefühle motivierten ihn zu tiefergehender Forschung, deren Ergebnisse nach und nach in seinen Unterricht einflossen.
Ein Schüler verlangt ein gutes Reiki-Buch, und Arjava bittet seinen charismatischen Bruder Raj, der ihm empfiehlt, es selbst zu schreiben. Für Arjava ist dies ein weiterer Grund, sich mit Reiki zu beschäftigen, und er beginnt mit dem Schreiben seines ersten Buches: „Reiki Fire“.
18. Temperamentvoll und aggressiv – doch sie verrät das Geheimnis ...
Arjava erreicht mit seinen Forschungen über Usui den Tiefpunkt und zweifelt sogar an seiner Existenz. Ein zufälliger Lieferwagen mit der Aufschrift „REIKI“ macht alle Hoffnungen zunichte.
Ein Tipp eines Studenten bringt Arjava dazu, seine Frau zu überreden, das japanische Protokoll zu umgehen. Sie rufen eine mysteriöse und ruppige Frau an, die seit 65 Jahren Reiki praktiziert und bis in Usuis Zeit zurückreicht. Frau Koyamas Ablehnung des „westlichen“ Reiki deutet erstmals auf die Existenz einer japanischen Praxis hin. Schließlich gibt sie nach und teilt wichtige Fakten über Usui mit, darunter sein Geburtsdatum und seine Grabstätte.
19. Geisterjagd – Greifbare Entdeckung
Arjava geht den Behauptungen nach, Usui habe in Chicago promoviert und sei Präsident der Dōshisha-Universität gewesen – vergeblich. Diese Sackgassen beginnen, die Grundlagen der anerkannten Reiki-Geschichte zu erschüttern und machen Arjava zugleich skeptisch und neugierig.
Ein Hinweis des außergewöhnlichen Überlebenden der Usui-Ära deutet auf den Saihoji-Tempel als Usuis Grabstätte hin. Chetna hilft widerwillig, ähnlich benannte Tempel in Tokio anzurufen. Schließlich hören sie: „Ja, wir haben ihn hier.“ Arjava ist begeistert – nach Jahren voller Gerüchte und Mythen gibt es endlich eine physische Spur von Usui. Dieser Moment markiert den Beginn einer tieferen, greifbaren Reise.
20. Der Stein, der sprach
Die bahnbrechende Entdeckung des Usui-Denkmals eröffnet längst verloren geglaubte historische Erkenntnisse. Ein bewegender Moment der Neugier, Frustration und schließlich des Triumphs entfaltet sich, als eine Gruppe von Freunden versucht, japanische Inschriften aus der Vorkriegszeit zu entziffern. Durch Beharrlichkeit und ein wenig Zufall kommt der grundlegende Text ans Licht und wird zu einer wichtigen Quelle für das Verständnis von Usuis Leben und Vermächtnis.
21. Flüstern der Stille
Arjava berichtet, wie er die Familie Usui über einen sorgfältig formulierten Brief kontaktierte und erfuhr, dass das Testament von Usuis verstorbener Schwiegertochter jede Erwähnung seines Namens untersagte.
Trotz dieser schmerzhaften Anweisung taucht ein eindringliches Dokument Usuis auf, sozusagen sein „Mission Statement“. Darin bricht er mit der Tradition, indem er Reiki für alle zugänglich macht. Es könnte den Keim für die zukünftige Entwicklung von Reiki enthalten, lässt aber auch eine chaotische Entwicklung zu. Arjava spekuliert, dass Usui deshalb in seiner eigenen Familie zur Persona non grata wurde. René brachte dies als Antwort auf Fragen zur „Tokyo Yokoi-These“ zur Sprache, die 2024 auftauchte.
22. Kein falsches Reiki
Durch eine zufällige Begegnung lernt Arjava Herrn Oishi kennen, der ihm ein Foto von Mikao Usui schenkt. Außerdem verweist er ihn auf die Existenz einer von Usui gegründeten und bisher verborgenen Organisation. Dies öffnet ihm die Tür zu einem ihrer Lehrer, Herrn Ogawa, und zu Erkenntnissen, die alles, was Arjava über Reiki zu wissen glaubte, infrage stellen.
Arjava beschreibt, wie verzweifelt er angesichts der Widersprüche zwischen dem Gelernten und den neu entdeckten Gakkai-Informationen war. Er gibt einen Ausblick auf unerwartete Entwicklungen in der Zukunft und teilt eine der wichtigsten Botschaften des gesamten Interviews mit.
23. Hände wie Wasserfälle
Arjava reflektiert über die Falle unbestätigter Reiki-Geschichten und darüber, wie unmöglich es ist, als Ausländer in eine traditionelle japanische Kunst aufgenommen zu werden.
Er staunt über die Reinheit Reikis, die jenseits von Form und Herkunft liegt, und erforscht die schintoistischen Wurzeln der Heilung, in denen die Natur selbst der Zufluchtsort ist. Reiki-Praktizierende, sagt er, werden zu modernen Äquivalenten – sie verkörpern Wasserfälle, Bäume und Quellen.
24. Zwickmühle
Arjava spricht über sein umfangreiches persönliches Archiv mit Reiki-Dokumenten – digital geordnet, aber vertraulich behandelt. Er denkt darüber nach, es nicht dem Jikiden-Institut zu übergeben, und er zweifelt am objektiven Wert des Materials. Er betrachtet diese Videoserie als wahres Vermächtnis.
Da Arjava aufgrund der strengen Regeln der Usui-Vereinigung nicht beitreten kann, findet er Frieden durch einen praktischen Austausch mit Ogawa Sensei. Eine Heilsitzung öffnet ihm die Tür zur direkten Vermittlung japanischer Techniken, die Arjava später in seine eigene Praxis integriert.
25. Durch Blut zum Schweigen gebracht
Eine inakzeptable Fehlinterpretation des japanischen Verlegers fällt mit einem entscheidenden Anruf Walter Lübecks zusammen. „Reiki Fire“ findet überraschenderweise in Deutschland ein neues Zuhause.
Bruder Raj weicht seiner Herkunft aus und fordert die Löschung seines Namens aus dem Buch. Dies ist erschütternd und markiert den Beginn eines jahrzehntelangen Streits zwischen den beiden Brüdern. Es wird auch die Notwendigkeit einer neuen westlichen Linie für Arjava erfordern.
Im Buch wählt Arjava eine verschleierte Bezugnahme auf den Namen seines Lehrers. Die Kritiker reagieren mit antagonistischer Ablehnung – während Arjava hoffte, dass für seine Enthüllung längst verlorener historischer Fakten Champagnerkorken fliegen würden.
26. Schmerzhafte Wahrheit und Integrität
Nach der Veröffentlichung von „Reiki Fire“ erhält Arjava schockierende Neuigkeiten: Raj hatte den Einweihungsprozess erfunden und ihn Arjava beigebracht – dieser wiederum lehrte ihn seinen japanischen Schülern.
Als Reaktion darauf absolviert Arjava 1998 eine erneute Ausbildung bei seinem Freund Ageh Popat, der sich in der Schweiz bei einer nachweisbaren Linie der Reiki Alliance hat ausbilden lassen. Die Einweihung stellt sich anders heraus als die, die er von Raj gelernt hatte. Zurück in Japan kontaktiert er seine Schüler mit aller Transparenz und bietet ihnen an, sie erneut einzuweihen und weiterzubilden. Nicht alle Schüler kehren zurück.
Die beiden Brüder haben dies nie miteinander geklärt.
27. Geister in der Linie
Arjava setzt sich mit dem Erbe seiner Schüler auseinander, die unter der umstrittenen Linie seines Bruders weiter lehren. Er denkt über Hiroshi Dois Initiationsprozess und seine eigene unbeabsichtigte Rolle als „Großvater“ in dieser Kette nach. Die Aufzeichnungen der damaligen Schüler sind nach der umstrittenen Scheidung des Paares unzugänglich. Spätere Entwicklungen deuten darauf hin, dass Chetna sie aufbewahrt.
Ogawa Sensei überreicht Arjava seine Memoiren „Jeder kann Reiki“ sowie die Lehrbücher von Usui und Koyama. Nicht kopieren! Arjava brach später sein Gelübde. Nur einmal! Er schenkte Chiyoko Yamaguchi ein Exemplar von Koyamas Handbuch und bewahrte es so auf. Nach Ogawas Tod bot seine Familie Arjava sein Erbe an, das dieser demütig ablehnte.
28. Polemik, Spott und Entschuldigungen
René konfrontiert Arjava mit dem Vorwurf, mit seinen Veröffentlichungen nach Ruhm und Reichtum zu streben. Er macht ihn in seiner Rolle als Lehrer auch für das unangemessene Verhalten seiner Schüler verantwortlich.
Arjava erzählt von der Veröffentlichung seines Buches „Reiki Fire“. Er war überzeugt, historische neue „Wahrheiten“ ans Licht zu bringen und der Reiki-Gemeinschaft einen Gefallen zu tun. Stattdessen erntete er heftige, unerwartete Kritik. Etwas uneinsichtig gibt er zu, dass sein Humor zu Missverständnissen geführt hat; er bleibt jedoch seiner Absicht treu, zu informieren, nicht zu beleidigen.
29. Boykottiert, aber hartnäckig
Arjava erzählt, wie „Reiki Fire“ organisierten Boykotten ausgesetzt war, darunter einer einstweiligen Verfügung von Phyllis Furumoto, für die sie sich später entschuldigte (siehe „Versöhnung – Ein Weg zur Meisterschaft“). Er erzählt, wie schockierend für ihn die Gegenreaktion war. Doch er hatte sich endlich entschieden, nicht mehr vor Konflikten davonzulaufen und seine Wahrheit auszusprechen.
Trotz seines tiefen Wunsches nach Frieden und Harmonie gibt Arjava zu, dass er Menschen unbewusst irritiert. Er denkt über sein Ego, Ablehnung und die Frustration nach und darüber, sich für seine jahrzehntelange Arbeit nicht wertgeschätzt zu fühlen. Dennoch bleibt er der Selbstreflexion und dem Wachstum verpflichtet.
30. Jenseits der Flammen – Frieden
Arjava erlebte nach der Veröffentlichung von „Reiki Fire“ heftige Reaktionen, darunter auch Vorwürfe, er habe gegen japanisches Recht verstoßen. Er stößt auf heftigen Widerstand und Boykottnetzwerke westlicher Reiki-Schüler, die die Verbrennung seiner Werke fordern – eine Ironie, die angesichts der deutschen Geschichte besonders groß ist.
Obwohl Arjava Einbrüche, gestohlene Bücher, Erpressung und emotionale Erschöpfung erlebte, blickt er heute mit Friedfertigkeit zurück. Er lehnt die Opferrolle ab, akzeptiert die Lektionen der Vergangenheit und erkennt seine Rolle als Bedrohung für die damals vorherrschende Denkweise. Heute strebt er nur noch danach, zu seiner tief empfundenen Gegenwart zurückzukehren und blickt mit versöhnlicher Ehrfurcht zurück.
31. Der Strand der Vergebung hat zwei Seiten.
René erzählt von Phyllis Furumotos Absicht (2017 in Gersfeld), sich vor ihrem Tod persönlich bei Arjava zu entschuldigen und vergangenes Unrecht einzugestehen. Arjava akzeptiert die Botschaft, obwohl sie sich nie getroffen haben, und reflektiert über die Möglichkeit, vergangene Konflikte loszulassen. Der Abschluss mit ihr führt zu innerem Frieden und Gelassenheit.
Arjava zeigt sich offen für den Dialog mit Johannes Reindl, dem Nachfolger von Phyllis Furumoto, und bekräftigt seine Kernaussage: Bei Reiki geht es nicht um Stile oder Besitz. Er erklärt die Shinto-Wurzeln als universellen Segen für alle.
32. Auf der Suche nach Chiyoko Sensei
Praktisch alle japanischen Reiki-Praktizierenden stammen aus Arjavas (westlicher) Linie. Nach dem Tod von Koyama und Ogawa blieb ihm der Zugang zur Usui-Vereinigung (Gakkai) auf Arjavas japanischem Reiki-Pfad verwehrt – bis ihn ein Buch zu Chiyoko Yamaguchi führte. Mithilfe von Hiroshi Doi erhält er ihre Telefonnummer und nimmt – da er aus dem Westen kommt – nervös den Kontakt auf.
Zu seiner Überraschung heißen ihn Chiyoko und ihr Sohn Tadao willkommen. Er nimmt an ihren bescheidenen Schulungen teil – nur zwölf Schüler pro Jahr. Für Arjava geht es darum, sich einer in Japan verwurzelten Praxis anzuschließen, ganz im Einklang mit seiner Affinität zum Osten.
33. Constellation enthüllt: Usui ist fertig – Hayashi hallt nach
Arjava beginnt, mit Bert Hellinger Familienaufstellungen zu organisieren. Im Jahr 2000 bittet er Hellinger in Tokio um eine Reiki-Aufstellung, um anhaltende Konflikte zu verstehen. Usuis Stellvertreter verlässt den Raum – ein Zeichen dafür, dass seine Arbeit getan ist. Chujiro Hayashis Stellvertreter äußert sich sicher in Arjavas Nähe.
Dieser Moment deutet ein neues Kapitel in Arjavas Reiki-Weg und eine Verbindung zu Hayashi an, noch bevor Arjava Chiyoko Yamaguchi, Hayashis Schülerin, trifft.
Das exklusive Filmmaterial von Bert Hellingers gesamter Reiki-Aufstellung ist in unserem Archiv-Video A67 zu sehen.
34. Ehrwürdige Einfachheit
Arjava beschreibt die Begegnung mit Chiyoko Yamaguchi im Jahr 2000 – einer bescheidenen Frau mit über 60 Jahren Reiki-Praxis, die bereits mit 17 Jahren begann.
Sie behandelte Klienten, während sie ein Schreibwarengeschäft betrieb, und verkörperte dabei Sachlichkeit und Anmut statt egozentrischer Selbstdarstellung. Im Gegensatz zu manchen westlichen Lehrern zeigte Chiyoko Bescheidenheit und Herz und lebte die fünf Reiki-Regeln.
Für Arjava verkörperte sie den idealen Endzustand eines Lebens mit Reiki.
35. Praxis ist Lehre
Chiyoko Yamaguchi weigert sich zunächst, über Reiki 2 hinaus zu unterrichten. Ihre Bescheidenheit und Meisterhaftigkeit berühren Arjava, ihren ersten westlichen Schüler, zutiefst. 2001 organisierte er ein Treffen zwischen Walter Lübeck und einer Delegation mit Chiyoko Sensei.
Arjava wird eingeladen, bei ihr eine Lehrerausbildung zu absolvieren, nachdem er seine Hingabe durch Praxis unter Beweis gestellt hat – nicht durch Bitten! Er ist der erste Auszubildende.
Das Jikiden-Institut entsteht unbeabsichtigt aufgrund der widerspenstigen Beharrlichkeit der Tokioter Schüler. Sie glaubten, Chiyokos Kyoto-Höflichkeit sei verhandelbar. Arjava eröffnet Yamaguchis Vision und trägt maßgeblich zur globalen Expansion von Jikiden bei.
36. Ehrenhafte Tradition oder Bereicherung?
Arjava erläutert die vielschichtige Hierarchie im Jikiden Reiki, die in der Tradition verwurzelt ist. Von Shihankaku bis Dai Shihan erklärt er, wie Lehrrechte erworben – und stets begrenzt – werden.
In Reaktion auf die Kritik am Pyramidensystem stellt er klar: Gokai-Schriftrollen werden nicht „gekauft“, sondern als Auszeichnung verliehen. Kulturelle Fehlinterpretationen mögen die Grenzen verwischen, doch die Tradition bestimmt die Struktur. Eigentumsverhältnisse und Nachfolge bleiben jedoch unklar. René vermutet, dass die Nachfolge in Schwierigkeiten geraten könnte, wenn Arjava die Quelle wäre, aber kein Mitglied des Jikiden mehr ist.
37. Mehr Gemeinsamkeiten als man auf den ersten Blick sieht.
Arjava und René entdecken bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen westlichem und Jikiden-Reiki. Mieko Mitsui hatte Ogawa Sensei zehn Jahre vor Arjava entdeckt, der auch Takatas Verbindung zum Hayashi-Institut betont. Er war nicht der Erste, der davon wusste, sondern Arjava war lediglich der Erste, der öffentlich darüber sprach.
Arjava widerlegt die Vorwürfe und erklärt, dass die Gebühren die tatsächlichen Produktionskosten decken, beispielsweise für die Gokai-Schriftrolle, die von Kunsthandwerkern als Holzschnittkunst geschnitzt wird.
Arjava hat kein finanzielles Interesse am Institut und legt seine Einnahmen aus Buchtantiemen offen. Er betont, dass seine Motivation die Liebe zur Arbeit ist.
38. Poesie in Bewegung
Arjava antwortet auf die Kritik, Gedichte statt Reiki-Bücher zu schreiben. Tatsächlich schreibt er seit 25 Jahren Gedichte, hauptsächlich auf seinen Flügen durch die Welt. Da er keine Kompromisse beim Online-Unterricht eingehen wollte, gab ihm Covid Zeit, sein literarisches Schaffen zu ordnen. Die Sammlungen entstanden zu den Themen Liebe, Schmerz, Nachtwanderungen, Einheit und Bewusstsein.
Er stellt ein neues Projekt für 2025 vor: eine dreisprachige Ausgabe der Gedichte des Meiji-Kaisers, die von Mikao Usui verwendet wurden, mit atemberaubender Kalligrafie von Erie Luman.
Alle Veröffentlichungen von Frank Arjava Petter finden Sie unter https://frankarjavapetter.com/ → Meine Bücher
39. Das beste Reiki gehört Dir!
Reiki ist kein Weg zu etwas, sondern die Handlung selbst ist Erwachen. Arjava betont die „absichtslose“ Praxis, die René im westlichen Reiki mit der Aussage „zum höchsten Wohl“ gleicht. Arjava kritisiert die Vorstellung, ein Stil sei dem anderen überlegen, und räumt ein, dass Jikiden-Schüler manchmal genau denselben Antagonismus wiederholen, der in der Vergangenheit von der Reiki Alliance ausging – und hält ihn für ebenso unangemessen.
Auf die Kritik an Jikidens Fokus auf die Behandlung anderer stellt er klar: Selbstbehandlung ist zwar eingeschlossen, aber der tiefere Sinn liegt darin, Mitgefühl zu teilen. In Wahrheit überwindet Reiki Spaltung.
40. Zwischen zwei Welten
Nach Jahren der Verwirrung und dem Wissen, was nicht wahr und nicht richtig war, findet Arjava endlich Antworten über die traditionelle Reiki-Ausbildung und ihre Durchführung. Er beschreibt es als eine Heimkehr.
Auf die Frage, welchen Beitrag er zum Erfolg von Jikiden Reiki geleistet habe, wird Arjavas Bescheidenheit seiner Rolle, wie sie die Öffentlichkeit seit über zwei Jahrzehnten wahrnimmt, nicht gerecht.
Arjava reflektiert über sein lebenslanges Bemühen, Ost und West zu vereinen – persönlich und beruflich. Sein Eingeständnis des Scheiterns und sein Grübeln über die Unerreichbarkeit dieses Traums lassen seinen Rücktritt von Jikiden in einem neuen Licht erscheinen.
41. Das Leben ist schön
Die beiden Diskutanten teilen ihre optimistische Weltanschauung. Doch Arjava, der über seinen Rücktritt nachdenkt, äußert seine Erschöpfung nach jahrelangen Vermittlungsversuchen zwischen Ost und West. Die missliche Lage ist unhaltbar und führte schließlich zu seiner Entscheidung.
Obwohl er nicht mehr unter der Flagge des Jikiden steht, bietet Arjava all seinen ehemaligen Schülern unerschütterliche Unterstützung an. Mit Humor und Bescheidenheit teilt er seinen anhaltenden Optimismus, seine Liebe zum Leben und seinen Glauben an den Schmerz als kraftvoller Lehrer.
42. Ihre Weisheit beachten
Arjava und René reflektieren vergangene Entscheidungen, intuitives Timing und den Wert unterstützender Partner. Arjava betont, dass er andere aufgrund ihrer Leidenschaft ermutigt – ob er damit einverstanden ist oder nicht.
Im Gespräch entdecken die beiden Männer, dass sie in schwierigen Zeiten stets auf die Weisheit ihrer Frauen zurückgreifen konnten und ihren Rat befolgen.
43. Das Großmeister-Dilemma
Arjava dankt Hawayo Takata für seine Anerkennung. Er geht auf Bedenken ein und erkennt das Risiko an, dass Jikiden-Reiki dem Modell des Großmeisteramtes ähneln könnte, in dem spirituelle Klarheit durch Fragen der Nachfolge – sowohl familiär als auch kommerziell – beeinträchtigt wird.
Anhand der Hellinger-Konstellation (Video A67) weist Arjava die Vorstellung zurück, Reiki sei grundsätzlich fehlerhaft, nicht zuletzt, weil die Gründer bis heute geehrt werden. Es ist das menschliche Ego, das die Dinge kompliziert.
44. Kein Meistersymbol – Keine Meistereinweihung
Arjava erklärt den wesentlichen Unterschied zwischen westlichem und japanischem Reiki: Es gibt keine Initiation auf Lehrerebene oder Meistersymbole.
Initiation erfolgt nicht in Symbole oder Ebenen, sondern in eine Verfeinerung des Egos – wiederholt, um die Verbindung zur Quelle zu reinigen. Die Wiederholung von „Reiju“ (Initiation) gibt es auch in bestimmten westlichen Traditionen.
Die Bereitschaft zum Lehren basiert nicht auf spirituellem Urteil, sondern auf praktischer Erfahrung. Der Grad der Behandlungserfahrung ist entscheidend.
45. Das „Meistersymbol“ hat eine lange Geschichte – oder doch nicht?
Arjava führt das Meistersymbol auf das Konzept des Sonten zurück, das bis in den jahrtausendealten Hinduismus zurückreicht. Obwohl es nicht Teil seiner eigenen Praxis ist, respektiert er dessen Schönheit und Bedeutung im westlichen Reiki.
Vielleicht ist der Unterschied geringer, als es zunächst den Anschein macht. Schließlich gab Takata zu Beginn keine Meistereinweihung, was an die in Video A44: „Kein Meistersymbol – keine Meistereinweihung“ beschriebene Praxis erinnert.
Mit Fußball als Metapher ruft Arjava dazu auf, Vielfalt zu feiern: Bei Reiki geht es darum, gemeinsam zu spielen, jeder auf seine Weise.
46. Im selben Boot und doch auseinanderdriften?!
Arjava und René untersuchen die Fragmentierung der Gesellschaft, von der Politik bis hin zur Reiki-Gemeinschaft. Arjava plädiert für ein Selbstverständnis als Heilmittel und weist darauf hin, dass mit dem Verschwinden des Egos auch die Vorstellung eines „Feindes“ verschwindet.
Arjavas frühe Versuche, die Reiki-Welt zu vereinen, schlugen oft fehl – doch im Laufe der Zeit führten sie dennoch zu Zusammenarbeit und Wachstum.
Arjava erinnert sich an seine Überraschung, als er entdeckte, dass Bert Hellinger Reiki praktiziert hatte, und kommt zu dem Schluss, dass Geld häufig zu Spaltungen innerhalb der Reiki-Familie geführt hat.
47. Eine Hölle, in der niemand ist
Am dritten Tag des Interviews reflektiert Arjava über das Wesen der Weisheit: Sie ist ein Erbe der Menschheit und nicht der Besitz des Einzelnen. Er beschreibt Selbstverwirklichung nicht als plötzliches Ereignis, sondern als allmähliche Entfaltung.
Mit Bezug auf einen Jesuiten und Zen-Meister veranschaulicht René die gemeinsame Menschlichkeit, die Kultur und Glauben überwindet. Seine Überlegungen spiegeln Arjavas Ideen zur Nicht-Dualität und Selbstverwirklichung wider. Ein Moment der Stille – Shin – wird zum Tor zur gemeinsamen Wahrheit.
Mit Bezug auf einen Jesuiten und Zen-Meister veranschaulicht René die gemeinsame Menschlichkeit, die Kultur und Glauben überwindet. Seine Überlegungen spiegeln Arjavas Ideen zur Nicht-Dualität und Selbstverwirklichung wider. Ein Moment der Stille – Shin – wird zum Tor zur gemeinsamen Wahrheit.
48. Arjava & Phyllis: Frei, um loszulassen
Arjava denkt über die Konstellation mit Bert Hellinger nach, in der Usui einfach wegging – zufrieden und erfüllt. Dies befreite Arjava von dem Gefühl, etwas für ihn machen zu müssen.
Er teilt seine Lebensphilosophie: Immer sein Bestes geben. René weist darauf hin, dass Phyllis Furumoto in ihrer Entschuldigung* denselben Gedanken – wörtlich – zum Ausdruck brachte. Auf die Frage, was er ihr sagen würde, wenn sie jetzt durch die Tür käme, schlägt Arjava eine Umarmung sowie einen „Neuanfang“ vor. Er fügt hinzu, dass er hypothetische Szenarien vermeide und lieber spontan auf jeden gegebenen Moment reagiere.
49. Ethik der Ausnahmen
Arjava geht auf die Debatte ein: Ist Fern-Reiki ohne Einwilligung ethisch vertretbar? Im westlichen Denken ist das Individuum heilig. Im Osten hingegen ist es das Kollektiv. Arjava schlägt vor, dass die Teilnahme entscheidend ist – nicht die verbale Zustimmung.
Unabhängig von westlichen oder östlichen Perspektiven ist es wichtig, über den ethischen Rahmen der Fernbehandlung nachzudenken. Ausnahmen von Regeln müssen sorgfältig geprüft werden, und die Regeln selbst erfordern eine individuelle Prüfung.
50. Das kontroverse Thema der Abwesenheitseinweihung
Arjava lehnt Fern-Reiki-Einweihungen in seiner Praxis kategorisch ab. Obwohl er andere nicht verurteilt, ist seine Reiju-Praxis – gelehrt von Chiyoko Yamaguchi – heilig und körperlich. Selbst während der Covid-Pandemie, als er in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geriet, weigerte er sich, seine Werte zu kompromittieren.
René bietet eine westliche Perspektive, die in Hawayo Takatas Praxis verwurzelt ist und auf einem strengen Verhaltenskodex beruht: Fern-Einweihungen sind in seltenen, wohlüberlegten Fällen möglich.
Beide Diskussionsteilnehmer sind sich einig: Ethik, Aufrichtigkeit im Verhalten und innere Ausrichtung sind entscheidend.
51. Freier Wille und Karma feiern ihre Einzigartigkeit
Arjava vergleicht seine strenge Haltung zu Reiju mit der Treue in der Ehe: Manche sehen sie als Gefängnis, doch er fühlt sich in der Bindung frei. Wahre Freiheit, so argumentiert er, sei innerlich, nicht von Umständen abhängig – genau wie bei Mönchen in freiwilliger Isolation.
Die Diskussion dreht sich um freien Willen und Reinkarnation. Arjava reflektiert, wie vergangene Erfahrungen – möglicherweise sogar vergangene Leben – gegenwärtiges Handeln prägen. Die besten Entscheidungen entstehen, wenn Herz und Verstand im gegenwärtigen Moment zusammentreffen und wir uns dem Fluss des Lebens hingeben.
52. Verloren in der Übersetzung: Geheimhaltung
Arjava lehnt den Begriff „Geheimhaltung“ für Reiki ab und erklärt, er stamme aus einer Fehlübersetzung. Er verweist auf Hayashis Besuch in Takata auf Hawaii, wo eine neue Sprache zur Kommunikation mit „Weißen“ entwickelt wurde.
Die Fragmentierung der Reiki-Stufen hat zu Missverständnissen geführt; Chiyoko Yamaguchi zufolge sollte die Praxis als Ganzes weitergegeben werden.
Arjava kümmert sich nicht um Internetpraktiken – ihm ist es wichtig, dem Gelernten treu zu bleiben, anstatt sich von dem beeinflussen zu lassen, was andere tun.
53. Zu viel Standardisierung, zu wenig Reiki
Arjava wendet sich gegen übermäßige Standardisierung und argumentiert, dass die Einfachheit von Reiki keine Technik sei. Er erkennt zwar den Wert grundlegender Standards an, warnt aber davor, dass zu viele Regeln die Freiheit einschränken und zu Fragmentierung führen können – oft nach dem Tod eines einflussreichen Meisters.
Er und René erforschen, wie Reiki verantwortungsvoll in die Gesellschaft integriert werden kann. Sie einigen sich auf wesentliche Punkte: einen gemeinsamen Verhaltenskodex und einen grundlegenden Lehrplan, warnen aber vor Starrheit, die das Wesen von Reiki aus den Augen verliert.
54. Einheit ohne Uniformität: Die Rolle der Reiki-Vereinigungen
Arjava reflektiert über die Grenzen und den Wert inklusiver Reiki-Vereine. Obwohl er sich selbst als Mitglied unwohl fühlt, erkennt er den Wert in der Zusammenarbeit über Traditionen hinweg an und ermutigt seine Schüler, sich zu engagieren. Einige wurden unter anderem Mitbegründer von ProReiki in Deutschland.
Mit René erkundet er, wie Verbände die Entwicklung von Reiki unterstützen können. Beide Männer sind gefragte Redner in solchen Organisationen, obwohl keiner von beiden Mitglied ist.
Das Gespräch berührt Politik, Evolution und die natürliche Verbundenheit, die über Etiketten hinausgeht. Inklusion, so Arjava, ist kein Ziel – sie ist bereits Teil unserer Identität.
55. Markenzeichen – Nicht schon wieder!
In den 1990er Jahren sorgte Phyllis Furumoto mit ihrem Versuch, Reiki als Marke eintragen zu lassen, für Kontroversen. René konfrontiert Arjava nun mit Gerüchten, dass Jikiden Reiki in China etwas Ähnliches praktizieren könnte – ein paradoxes Echo der Geschichte? Arjava lacht – nicht ungläubig, sondern weil er tatsächlich gebeten wurde, nicht in China zu unterrichten.
Er stellt klar, dass der Name Jikiden Reiki zwar als Marke eingetragen sei, dies aber lediglich eine Schutzmaßnahme gegen Erpressung sei.
Arjava geht Konflikten aus dem Weg, anstatt sich darauf einzulassen.
56. Ost trifft West: Überall müssen Gräben überwunden werden
Mit einem Foto konfrontiert, reflektiert Arjava über die Spannungen zwischen der Familie Yamaguchi und Hyakuten Inamoto. Er spricht offen über seine umstrittene Aussage von 2017 und die daraus resultierenden rechtlichen Verwicklungen.
René bemerkt, dass der aktuelle Konflikt innerhalb der japanischen Gemeinschaft an vergangene Spaltungen im Westen erinnert. Er erkennt zwar kulturelle und persönliche Komplexitäten an, stellt aber die Idee infrage, die Sache allein ihnen zu überlassen. Arjava stimmt ihm grundsätzlich zu, betont aber, dass Versöhnung gegenseitige Bereitschaft erfordert.
Im Laufe dieses Gesprächs wird Arjavas entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Jikiden Reiki deutlicher.
57. Die Absurdität alter Grollgefühle
Durch die Lektüre des rassistischen Kolonialtagebuchs seines Großvaters wurde Arjava bewusst, wie frei er von solchen Vorurteilen ist. René denkt über seinen „SS-Vater“ nach und über die Komplexität des Zusammenlebens von Liebe und Schrecken. Wir müssen keine Ahnenlast tragen, um die Vergangenheit zu ehren.
Versöhnung bedeutet, die Wunden schicksalhafter Begegnungen aus der Vergangenheit zu heilen. Durch eine imaginäre Begegnung mit Phyllis Furumoto enthüllt Arjava die Absurdität alten Grolls.
58. Das Gerücht hört hier auf.
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Hyakuten Inamoto habe eine einstweilige Verfügung erwirkt, die Arjava zur Unterzeichnung eines Dokuments zwang, das ihn nach seiner umstrittenen Erklärung von 2017 zum Schweigen brachte*. Arjava bestreitet dies entschieden – es wurde nie ein Dokument unterzeichnet.
Geleitet von der Kunst des Krieges bevorzugt er Lösung statt Vergeltung: die Tür öffnen und Verluste vermeiden. Wenngleich Rache droht, den Frieden wählen – ein sauberes Kapitel abschließen. --------------------- * Video A56: Ost trifft West – Überall müssen Gräben geheilt werden.
59. „Wie gelernt“, nicht „besser“.
Westliches Reiki und Jikiden-Reiki werden unter dem Gesichtspunkt von Authentizität und Wandel untersucht. Arjava betont, dass die Lehre des Jikiden unverändert geblieben sei, obwohl sich seine Organisation weiterentwickelt habe. Er erkennt die Entscheidungen anderer an und nennt Hiroshi Dois zeitgenössisches Gendai-Reiki als Beispiel.
Arjava und René gehen auf das westliche Gefühl ein, dass Jikiden andere Stile herabwürdigt. Arjava widerspricht und erklärt, dass „Jikiden“ lediglich ein Adjektiv sei und „wie erlernt“ bedeute.
60. Keine Wertung. Nur mein Weg.
Die beiden Sprecher klären Unklarheiten über Jikiden-Praktiken sowie Reiju und Gruppenbehandlung auf und erkennen an, dass beide sowohl in westlichen als auch in Jikiden-Traditionen existieren.
Arjava erklärt, dass sein Weg aufgrund seiner Affinität zum Osten zu ihm passt – nicht, weil er „besser“ sei. Er ermutigt Praktizierende, dem zu folgen, was sie empfinden, und Moralpredigten oder Vergleiche zu vermeiden.
61. Ohne Takata gäbe es heute kein Reiki.
Ein Foto von Takata an Usuis angeblichem Grab auf dem Berg Hiei veranlasst Arjava, Fakten aus der buddhistischen Tradition klarzustellen.
Er würdigt Hawayo Takatas Vermächtnis und Leben, stellt aber gleichzeitig die historische Genauigkeit infrage – ohne persönliche Kritik.
Meinungsverschiedenheit, sagt er, schärft das Bewusstsein, und Konflikte sind keine Bedrohung, sondern Teil des Weges zur Erleuchtung – ganz im Sinne des Reiki-Begründers Mikao Usui.
62. Das Versprechen des Friedens.
Zum Thema Religion lobt Arjava Petter Usuis Genie, keine Religion zu gründen, sondern Reiki für alle zugänglich zu machen: Christen, Muslimen, Buddhisten und Juden. Dieser universelle Ansatz verspricht Frieden und Versöhnung über alle Grenzen hinweg.
Die Folge beginnt mit einer herzlichen Hommage an Don Alexander, einen Mann, dessen Großzügigkeit beide Sprecher tief berührte.
63. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.
René und Arjava denken darüber nach, wie dieses Interview beinahe nicht zustande gekommen wäre. Arjava hatte einst das Gefühl, Menschen in seiner Gegenwart seien in Gefahr, und zog sich deshalb zurück. Jetzt aber ist der richtige Zeitpunkt dafür.
Er spricht offen über persönliche Grenzen, digitale Stille und die Notwendigkeit der Genesung. Es geht nicht um Ablehnung – es geht ums Überleben. Die Folge endet mit einem eindringlichen Zitat von Krishnamurti.
64. Rivalität: Krishnamurti vs. Osho (Deutsch mit englischen Untertiteln)
Eine überraschende Synchronizität: Während René Krishnamurti erwähnt, verrät Arjava, dass er ihn vor dem Schlafengehen liest. Was folgt, ist eine urkomische Geschichte über Rivalität und Ehrfurcht zwischen Osho und Krishnamurti – zwei Giganten mit scharfen Zungen und tiefem gegenseitigen Respekt.
Arjava erinnert sich, wie Osho seine Schüler dazu drängte, Krishnamurti immer live zu sehen – in der ersten Reihe, in Rot gekleidet.
Eine heitere Folge auf Deutsch mit englischen Untertiteln.
65. „Du bist seine Hände“ (Beinhaltet eine gemeinsame Meditation)
In einem herzlichen Schlusswort lädt Arjava zu einem gemeinsamen Moment der Stille ein: „Sitz wie ein Berg“ – ohne Ziele, ohne Streben, nur Präsenz. Es ist eine gemeinsame Meditation zum Abschluss eines tiefen und bedeutungsvollen Gesprächs.
Anschließend dankt er René, der Crew und den Sponsoren. Reiki, so erinnert er uns, sei nur ein Werkzeug – die eigentliche Aufgabe sei es, ein besserer Mensch zu werden, die Welt zu verschönern und Liebe zu verbreiten.
66. 6 … 5 … 4 … 3 … 2 … Niemand!
Arjava beschreibt die traditionellen sechs Stufen des Reiki, wobei Shodan und Okuden (Reiki 1 und 2) als eine Einheit betrachtet werden. Usui selbst ordnete sich der zweiten Stufe zu und ließ den höchsten Grad symbolisch leer.
Schüler über sich selbst hinauszuheben, ist das Kennzeichen eines guten Lehrers. Verletzlichkeit, Offenheit und das Lernen von jedem – auch von Klienten – sind Zeichen der Meisterschaft.
67. Exklusiv: Bert Hellingers Reiki-Aufstellung
Tokio 2000: Der legendäre Bert Hellinger führt eine Familienaufstellung durch und wählt Vertreter für Usui, Hayashi, Takata, Furumoto und Weber Ray aus. Arjava sucht nach Einsichten und Heilung für die „bösartigen Kämpfe“ und die Zersplitterung der Reiki-Welt.
Durch Rollenspiele und Feedback offenbaren die Teilnehmer subtile Dynamiken von Macht, Verlassenheit, Sehnsucht und Verbundenheit. Die emotionalen Reaktionen reichen von Wut bis Ehrfurcht.
Dieses exklusive Filmmaterial wird hier mit freundlicher Genehmigung von Frank Arjava Petter gezeigt.
Siehe auch Video A01 „Austritt aus dem Jikiden – Warum und was nun?“ und A33 „Aufstellung enthüllt: Usui ist am Ende – Hayashi hallt nach.“
DAS ARCHIV besteht aus 67 Kurzvideos: 12 Stunden freimütiges Interview mit Frank Arjava Petter – über abenteuerliche Entdeckungen, umstrittene Kontroversen, rätselhafte Linien und darüber, wie Versöhnung aussieht, wenn der Dialog weitergeht. Ein Bonusvideo zeigt Bert Hellinger bei einer Aufstellung mit zentralen Reiki‑Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts.
Dieses einmalige Material bietet seltene Einblicke aus erster Hand mit historischem Wert – von den 1920er‑Jahren bis in die bewegte Gegenwart.
Das Archiv ergänzt den Film RECONCILIATION — Provoke and Evolve durch Tiefe und Kontext zum Geschehen.
Jedes Video ist sorgfältig betitelt und beschrieben – entlang des chronologischen Verlaufs des viertägigen Gesprächs.
